Entspannung für müde Augen: Wohltuende Pausen bei langer Bildschirmarbeit
von belmedia Redaktion -schweizweit Allgemein Alltag Arbeitswelt Ausbildung & Studium Beruf Bildung & Arbeit Blog-Marketing Business Business business24.ch businessaktuell.ch Content Marketing contentmarketing.ch Dienstleistungen Digitalisierung elterntipps.ch Experten Familie Familienleben Formate Gesundheit Homeoffice hometipp.ch Kampagnen Karriere Magazine Marken Marketing Marketing media24.ch Medien nachrichtenticker.ch News Pflege Prävention Printmedien Produkte Regionen Schweiz SEO Social Media Strategie Themen Tipps Unternehmen Video-Marketing Vital Wirtschaft xund24.ch Ⳇ Verbreitung
Stunden am Computer können sich am Ende eines Arbeitstags deutlich bemerkbar machen: Die Augen fühlen sich trocken oder müde an, das Sehen wirkt zeitweise unscharf und manchmal kommen Kopfschmerzen hinzu. Solche Beschwerden werden häufig unter dem Begriff digitale Augenbelastung zusammengefasst. Ein wesentlicher Faktor ist die intensive Naharbeit. Beim konzentrierten Blick auf einen Bildschirm wird zudem weniger geblinzelt. Regelmässige Blickwechsel, kurze Pausen und ein sinnvoll eingerichteter Arbeitsplatz können die Augen entlasten, ohne den Arbeitsablauf grundlegend zu verändern.
Entscheidend sind dabei keine komplizierten Augenübungen. Schon der wiederholte Blick in die Ferne unterbricht die dauernde Fokussierung auf den nahen Bildschirm. Bewusstes Blinzeln unterstützt die Verteilung des Tränenfilms. Auch Bildschirmabstand, Schriftgrösse, Beleuchtung und trockene Raumluft beeinflussen den Komfort. Wer Beschwerden trotz solcher Anpassungen regelmässig oder länger anhaltend bemerkt, sollte sie jedoch nicht einfach der Bildschirmarbeit zuschreiben: Sehfehler, trockene Augen und andere Ursachen können ähnliche Symptome hervorrufen.
Warum Bildschirmarbeit die Augen ermüden kann
Ein Bildschirm schädigt die Augen bei normaler Nutzung nicht allein dadurch, dass auf ihn geblickt wird. Lange Phasen konzentrierter Naharbeit können jedoch vorübergehende Beschwerden verursachen.
Dafür kommen mehrere Faktoren zusammen. Beim Lesen oder Arbeiten am Monitor müssen die Augen über längere Zeit auf eine vergleichsweise kurze Distanz fokussieren. Gleichzeitig verändert sich das Blinkverhalten.
Normalerweise verteilt jeder vollständige Lidschlag den Tränenfilm über die Augenoberfläche. Bei intensiver Bildschirmarbeit sinkt die Blinkhäufigkeit deutlich. Teilweise werden zudem unvollständige Lidschläge häufiger. Die Augenoberfläche kann dadurch schneller austrocknen.
Hinzu kommen äussere Bedingungen. Klimaanlagen, Heizungen, Ventilatoren und trockene Raumluft können die Verdunstung des Tränenfilms fördern. Spiegelungen auf dem Bildschirm, schlecht lesbare Schrift oder ungünstige Kontraste erhöhen zusätzlich die visuelle Anstrengung.
Typische Beschwerden reichen über trockene Augen hinaus
Digitale Augenbelastung kann sich unterschiedlich bemerkbar machen.
Zu den häufig beschriebenen Beschwerden gehören:
- trockene oder brennende Augen
- ein müdes oder schweres Gefühl der Augen
- zeitweise verschwommenes Sehen
- tränende Augen
- Schwierigkeiten beim erneuten Fokussieren
- Kopfschmerzen
- Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich
Nicht jedes Symptom entsteht direkt im Auge. Wer sich nach vorne zum Bildschirm beugt oder über Stunden in nahezu derselben Haltung arbeitet, kann gleichzeitig Beschwerden an Nacken, Schultern und Rücken entwickeln.
Deshalb lohnt sich ein ganzheitlicher Blick auf den Arbeitsplatz. Augenpausen und körperliche Bewegung ergänzen sich.
Die 20-20-20-Regel schafft regelmässige Blickwechsel
Eine der bekanntesten Empfehlungen gegen digitale Augenbelastung ist die 20-20-20-Regel.
Das Prinzip ist einfach: Nach ungefähr 20 Minuten Naharbeit folgt für mindestens 20 Sekunden ein Blick auf ein Objekt, das rund 20 Fuss entfernt ist. Das entspricht ungefähr sechs Metern.
Die exakten Zahlen sind weniger wichtig als die dahinterliegende Idee: Die Augen erhalten regelmässig Gelegenheit, die dauernde Nahfokussierung zu unterbrechen.
Ein Fenster eignet sich dafür besonders gut. Der Blick kann auf ein Gebäude auf der anderen Strassenseite, einen Baum oder einen weit entfernten Punkt gerichtet werden.
Ein Blick aufs Smartphone erfüllt den Zweck dagegen nicht. Der Abstand bleibt klein und die Augen setzen die Naharbeit lediglich auf einem anderen Bildschirm fort.
Zwanzig Sekunden sind eine Augenpause, aber keine Arbeitspause
Die 20-20-20-Regel darf nicht mit einer vollständigen Arbeitspause verwechselt werden.
Der kurze Blick in die Ferne soll vor allem die visuelle Dauerbelastung unterbrechen. Körper und Konzentration profitieren zusätzlich von längeren Unterbrechungen, in denen aufgestanden und die Haltung verändert wird.
Nach einer längeren Arbeitsphase kann deshalb ein Gang zum Fenster, in die Küche oder zu einem Kollegen sinnvoll sein. Dabei lösen sich mehrere Probleme gleichzeitig: Der Blick verlässt den Monitor, die Sitzhaltung verändert sich und der Körper kommt in Bewegung.
Der belmedia-Beitrag „Stressfrei durch den Alltag: Mikropausen mit grosser Wirkung“ zeigt, wie kurze Unterbrechungen in einen normalen Arbeitstag integriert werden können.
Bewusstes Blinzeln hilft gegen trockene Augen
Blinzeln geschieht normalerweise automatisch. Genau deshalb fällt kaum auf, wenn es bei konzentrierter Bildschirmarbeit seltener wird.
Ein vollständiger Lidschlag verteilt den Tränenfilm und befeuchtet die Augenoberfläche. Wird über längere Zeit weniger oder unvollständig geblinzelt, können Trockenheit und Reizung begünstigt werden.
Eine einfache Gewohnheit kann helfen: Bei jedem kurzen Blickwechsel einige Male langsam und vollständig blinzeln.
Dafür müssen die Augen nicht kräftig zusammengepresst werden. Entscheidend ist vielmehr, die Lider bewusst vollständig zu schliessen und wieder zu öffnen.
Besonders hilfreich können solche bewussten Lidschläge vor oder nach Videokonferenzen, beim Wechsel zwischen Aufgaben oder während kurzer Denkpausen sein.
Ein Bildschirm sollte nicht unnötig hoch stehen
Auch die Position des Monitors beeinflusst die Augen.
Bei einem sehr hoch positionierten Bildschirm sind die Augen weiter geöffnet. Dadurch liegt eine grössere Fläche der Augenoberfläche frei. Gleichzeitig kann eine zu hohe Position dazu führen, dass Kopf und Nacken ungünstig gehalten werden.
Für einen klassischen Büroarbeitsplatz wird deshalb eine Position empfohlen, bei der die Blickrichtung leicht nach unten verläuft.
Die Suva empfiehlt für Bildschirmarbeitsplätze eine ergonomische Einrichtung und berücksichtigt dabei unter anderem Position, Abstand und Blickrichtung.
Wie genau der Monitor stehen sollte, hängt auch von Bildschirmgrösse, Arbeitsplatz und Sehhilfe ab. Bei Gleitsichtbrillen können andere Anforderungen gelten als bei einer normalen Einstärkenbrille.
Der richtige Bildschirmabstand verhindert unnötige Anstrengung
Ein Monitor sollte weder direkt vor dem Gesicht stehen noch so weit entfernt sein, dass kleine Texte nur mit Mühe gelesen werden können.
Bei normalen Bürobildschirmen liegt ein komfortabler Abstand häufig ungefähr im Bereich einer Armlänge. Grössere Displays können weiter entfernt stehen.
Entscheidend ist jedoch nicht eine einzelne Zentimeterzahl.
Die Schrift muss aus einer entspannten Sitzposition problemlos lesbar sein. Wer sich regelmässig nach vorne beugt, um kleine Buchstaben zu erkennen, sollte zunächst die Schriftgrösse beziehungsweise die Darstellung vergrössern.
Das ist sinnvoller, als den gesamten Bildschirm näher an das Gesicht zu rücken.
Der belmedia-Beitrag „Ergonomie am Arbeitsplatz: Was die SUVA empfiehlt – und wie Betriebe davon profitieren“ behandelt Bildschirmposition, Abstand, Beleuchtung und weitere ergonomische Faktoren ausführlicher.
Grössere Schrift kann mehr bewirken als angestrengtes Lesen
Texte auf digitalen Geräten lassen sich vergrössern. Trotzdem wird diese Möglichkeit überraschend häufig nicht genutzt.
Wer eine kleine Schrift gerade noch lesen kann, arbeitet möglicherweise stundenlang mit unnötiger visueller Anstrengung.
Eine grössere Darstellung erleichtert das Erkennen von Buchstaben, Zahlen und Bedienelementen. Betriebssysteme und Programme bieten dafür Skalierungs-, Zoom- und Schriftgrössenfunktionen.
Auch Smartphones und Tablets verfügen über Einstellungen zur Vergrösserung der Darstellung.
Eine ausreichend grosse Schrift ist besonders wichtig, wenn der Bildschirm in ergonomisch sinnvoller Entfernung stehen soll. Der Monitor sollte nicht näher rücken müssen, nur weil die voreingestellte Darstellung zu klein ist.
Helligkeit an den Raum anpassen
Ein sehr heller Bildschirm in einem dunklen Zimmer kann unangenehm wirken. Umgekehrt lässt sich ein zu dunkles Display in einer hellen Umgebung schlecht lesen.
Die Bildschirmhelligkeit sollte deshalb ungefähr an die Umgebungsbedingungen angepasst werden.
Wichtiger als maximale Helligkeit ist eine Darstellung, bei der Text und Bild ohne Anstrengung erkennbar bleiben.
Auch Kontraste spielen eine Rolle. Schwarzer beziehungsweise dunkler Text auf einem hellen Hintergrund funktioniert bei vielen Büroanwendungen gut. Persönliche Vorlieben und Lichtverhältnisse unterscheiden sich jedoch.
Der sogenannte Dark Mode ist deshalb weder grundsätzlich besser noch schlechter für alle Augen. Entscheidend ist, ob die Darstellung komfortabel lesbar bleibt und störende Reflexionen vermieden werden.
Spiegelungen zwingen die Augen zu unnötiger Anpassung
Ein Fenster direkt hinter dem Bildschirm kann starke Helligkeitsunterschiede verursachen. Befindet sich das Fenster hinter der arbeitenden Person, können sich Licht und Umgebung auf der Displayoberfläche spiegeln.
Günstiger ist häufig eine Anordnung, bei der der Bildschirm ungefähr seitlich zum Fenster steht.
Vorhänge, Lamellen oder andere verstellbare Sonnenschutzsysteme können bei direktem Sonnenlicht helfen, ohne den Raum vollständig abzudunkeln.
Auch Decken- und Schreibtischleuchten sollten so positioniert sein, dass keine störenden Reflexe auf dem Display entstehen.
Ein einfacher Test funktioniert ohne Messgerät: Auf einem dunklen Bildschirm lässt sich gut erkennen, welche Lichtquellen und hellen Flächen sich darin spiegeln.
Die Augen brauchen nicht möglichst wenig Licht
Ein weitverbreiteter Fehler ist Bildschirmarbeit in einem nahezu dunklen Raum.
Der Monitor wird dabei zur dominierenden Lichtquelle. Der starke Unterschied zwischen hellem Display und dunkler Umgebung kann unangenehm sein.
Eine ausgewogene Raumbeleuchtung ist meist komfortabler.
Tagsüber ist natürliches Licht hilfreich, solange keine Blendung entsteht. Abends sollte eine ausreichende indirekte oder allgemeine Beleuchtung den Arbeitsplatz umgeben.
Das Ziel ist kein bestimmter Beleuchtungsstil, sondern ein Arbeitsplatz ohne extreme Helligkeitsunterschiede.
Trockene Raumluft kann die Beschwerden verstärken
Nicht immer ist der Bildschirm selbst der wichtigste Faktor.
Trockene Luft kann den Tränenfilm zusätzlich belasten. Besonders in klimatisierten Büros oder während der Heizperiode können Beschwerden stärker auftreten.
Ungünstig ist ausserdem ein Luftstrom, der direkt ins Gesicht gerichtet ist. Ventilatoren, Lüftungsauslässe oder Klimaanlagen können die Verdunstung an der Augenoberfläche beschleunigen.
In solchen Situationen hilft es häufig bereits, den Arbeitsplatz oder die Richtung des Luftstroms zu verändern.
Ein Luftbefeuchter ist nicht automatisch erforderlich. Wird einer eingesetzt, muss er hygienisch betrieben und regelmässig gereinigt werden, damit sich darin keine unerwünschten Mikroorganismen vermehren.
Kontaktlinsen können Trockenheitsgefühle verstärken
Wer Kontaktlinsen trägt, kann bei langer Bildschirmarbeit stärker unter trockenen oder gereizten Augen leiden.
Das bedeutet nicht, dass Kontaktlinsen bei Bildschirmarbeit grundsätzlich ungeeignet sind. Beschwerden sollten jedoch ernst genommen werden.
Je nach Situation kann es angenehm sein, während langer Bürozeiten zeitweise eine Brille zu tragen.
Bei wiederkehrender Trockenheit sollte zudem geprüft werden, ob Linsentyp, Tragedauer und Pflege zum Auge passen. Dafür ist eine individuelle fachliche Beurteilung sinnvoll.
Kontaktlinsen sollten bei deutlichen Schmerzen, auffälliger Rötung oder anderen ungewöhnlichen Beschwerden nicht einfach weitergetragen werden.
Künstliche Tränen können helfen: aber nicht jedes Produkt passt
Befeuchtende Augentropfen werden häufig bei trockenen Augen eingesetzt.
Sie können sinnvoll sein, wenn der Tränenfilm durch lange Bildschirmarbeit und vermindertes Blinzeln belastet wird. Welche Präparate geeignet sind und wie häufig sie verwendet werden sollten, hängt jedoch von den Beschwerden und individuellen Voraussetzungen ab.
Wer nur gelegentlich ein leichtes Trockenheitsgefühl verspürt, benötigt möglicherweise keine Behandlung.
Wer dagegen regelmässig Tropfen braucht oder anhaltende Beschwerden entwickelt, sollte die Ursache abklären lassen.
Besondere Vorsicht gilt bei sogenannten weissmachenden Augentropfen, die vor allem Rötungen reduzieren sollen. Sie sind nicht mit gewöhnlichen Tränenersatzmitteln gleichzusetzen.
Die Augen zu schliessen kann eine kurze Pause ergänzen
Nicht jede Augenpause benötigt einen Blick aus dem Fenster.
Bei einer kurzen Unterbrechung können die Augen auch für einige Sekunden geschlossen werden. Dadurch entfällt die visuelle Aufgabe vollständig, und die Augenoberfläche bleibt während dieser Zeit bedeckt.
Eine einfache Pause kann so aussehen:
- den Blick vom Bildschirm lösen
- mehrmals vollständig blinzeln
- die Augen für einige Sekunden schliessen
- anschliessend einen entfernten Punkt betrachten
Solche Unterbrechungen lassen sich leicht an bestehende Arbeitsabläufe koppeln: nach dem Absenden einer E-Mail, vor einem Telefonat oder beim Wechsel zwischen zwei Dokumenten.
Augenrollen und Sehtraining sind nicht erforderlich
Im Internet finden sich zahlreiche Programme mit Augenrollen, kreisenden Blickbewegungen oder Übungen, die eine Verbesserung der Sehkraft versprechen.
Für normale digitale Augenbelastung sind komplizierte Trainingsprogramme nicht notwendig.
Der wichtigste Erholungseffekt entsteht durch die Unterbrechung der dauernden Naharbeit, regelmässiges Blinzeln und einen geeigneten Arbeitsplatz.
Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung lassen sich durch solche Übungen ebenfalls nicht einfach wegtrainieren.
Wer beim Wechsel zwischen Nah- und Fernsicht dauerhaft Schwierigkeiten bemerkt, sollte deshalb nicht immer neue Übungen ausprobieren, sondern die Sehfunktion überprüfen lassen.
Eine passende Brille kann wichtiger sein als jede Pause
Digitale Augenbelastung kann durch eine unkorrigierte oder nicht optimal korrigierte Fehlsichtigkeit verstärkt werden.
Das fällt bei längerer Bildschirmarbeit manchmal erstmals auf.
Typische Hinweise können häufiges Zusammenkneifen der Augen, das Heranrücken an den Bildschirm oder wiederkehrende Kopfschmerzen bei Naharbeit sein.
Auch eine vorhandene Brille passt nicht automatisch für jede Arbeitsdistanz. Besonders ab dem mittleren Lebensalter verändert sich die Fähigkeit des Auges, unterschiedliche Nahentfernungen scharf einzustellen.
Für manche Personen kann deshalb eine auf die Bildschirmdistanz abgestimmte Sehhilfe sinnvoll sein.
Die passende Lösung sollte individuell bestimmt werden. Eine pauschale „Computerbrille“ ist nicht für jeden notwendig.
Blaulichtfilter sind kein bewiesenes Mittel gegen müde Bildschirmaugen
Brillen mit Blaulichtfilter werden häufig mit dem Versprechen angeboten, digitale Augenbelastung zu reduzieren oder die Augen vor Bildschirmen zu schützen.
Für einen solchen Schutz vor Augenschäden durch normales Bildschirmlicht gibt es nach aktuellem Kenntnisstand keine überzeugende wissenschaftliche Grundlage.
Die American Academy of Ophthalmology sieht digitales Blaulicht nicht als Ursache der typischen Bildschirmbeschwerden und empfiehlt keine spezielle Blaulichtbrille für die Computernutzung.
Das bedeutet nicht, dass Licht am Abend grundsätzlich irrelevant ist. Licht mit einem hohen Blauanteil kann den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen. Das ist jedoch eine andere Fragestellung als trockene oder müde Augen während der Büroarbeit.
Für Augenbeschwerden sind Pausen, Blinzeln, Arbeitsplatzgestaltung und eine passende Sehkorrektur die sinnvolleren Ansatzpunkte.
Ein Wechsel vom Computer zum Smartphone ist keine Erholung
Die Mittagspause beginnt, der Laptop wird geschlossen und das Smartphone geöffnet.
Für die Augen ändert sich damit wenig.
Auch das Smartphone verlangt Nahfokussierung. Aufgrund des kleineren Displays wird es häufig deutlich näher gehalten als ein Computermonitor.
Eine wirkliche Bildschirmpause bedeutet deshalb, zeitweise auf digitale Geräte zu verzichten.
Ein kurzer Spaziergang, der Blick ins Freie oder ein Gespräch ohne Smartphone geben den Augen Gelegenheit, häufiger auf unterschiedliche Entfernungen zu fokussieren.
Gleichzeitig kommt der Körper in Bewegung.
Auch Nacken und Schultern brauchen Abwechslung
Augenmüdigkeit tritt bei Bildschirmarbeit häufig gemeinsam mit körperlicher Ermüdung auf.
Ein tief stehender Laptop kann beispielsweise dazu führen, dass der Kopf über längere Zeit nach vorne geneigt wird. Ein zu weit seitlich stehender Monitor fördert eine asymmetrische Haltung.
Regelmässiges Aufstehen ergänzt Augenpausen deshalb sinnvoll.
Die Suva empfiehlt bewegte Pausen und verschiedene Ausgleichsübungen für den Arbeitsalltag. Es geht dabei nicht um ein komplettes Training zwischen zwei E-Mails. Schon Haltung wechseln, einige Schritte gehen oder Schultern und Rücken bewegen kann eine statische Arbeitsposition unterbrechen.
Besonders bei mehreren Arbeitsstunden pro Tag sollte Ergonomie deshalb nicht auf die Augen reduziert werden.
Der Laptop ist auf Dauer ein Kompromiss
Notebooks sind praktisch, weil Bildschirm und Tastatur in einem kompakten Gerät verbunden sind. Ergonomisch entsteht daraus jedoch ein Zielkonflikt.
Wird der Bildschirm auf eine angenehme Höhe gestellt, liegt die Tastatur möglicherweise zu hoch. Steht die Tastatur komfortabel auf dem Tisch, befindet sich das Display entsprechend tiefer.
Für längere stationäre Arbeit kann ein externer Monitor eine Lösung sein.
Alternativ wird der Laptop erhöht und mit externer Tastatur sowie Maus verwendet.
Wer dagegen nur kurz eine E-Mail beantwortet oder unterwegs arbeitet, benötigt nicht für jede Situation eine vollständige Büroausstattung. Entscheidend ist die Dauer der Nutzung.
Freelancer im Marketing verbringen besonders viel Zeit am Bildschirm
Freelancer im Marketing wechseln häufig zwischen mehreren digitalen Aufgaben: Content wird geplant und geschrieben, Social-Media-Kanäle werden betreut, Kampagnen ausgewertet, Bilder bearbeitet und Videocalls geführt. Dazu kommen SEO-Analysen, Kundenkommunikation und die Arbeit in verschiedenen Plattformen. Dadurch entstehen leicht lange Phasen nahezu ununterbrochener Bildschirmarbeit.
Gerade bei selbstständiger Arbeit fehlt zudem oft der natürliche Wechsel zwischen Besprechungsraum, Arbeitsplatz und anderen Tätigkeiten. Wer im Homeoffice arbeitet, verbringt möglicherweise mehrere Stunden am selben Platz.
Für Marketing-Freelancer sind kurze visuelle Unterbrechungen deshalb besonders relevant. Der Blick aus dem Fenster zwischen zwei Aufgaben, bewusstes Blinzeln während längerer Textarbeiten und echte Pausen ohne Smartphone können die dauernde Naharbeit unterbrechen.
Auch die Arbeitsorganisation spielt eine Rolle. Statt Social-Media-Posts, SEO-Auswertungen und E-Mails ständig parallel zu bearbeiten, können Aufgaben in Blöcken zusammengefasst werden. Das reduziert nicht nur digitale Unterbrechungen, sondern schafft gleichzeitig natürliche Momente für kurze Augenpausen.
Besonders bei Content Marketing, Blog-Marketing und Video-Marketing lohnt es sich, längere Bearbeitungsphasen bewusst zu strukturieren. Nach einem abgeschlossenen Textabschnitt, einem Videoexport oder einer Kampagnenauswertung kann eine kurze Pause eingeplant werden, bevor die nächste Bildschirmaufgabe beginnt.
Mehrere Monitore richtig anordnen
Zwei oder drei Bildschirme können die Arbeit erleichtern, verlangen aber eine sinnvolle Positionierung.
Wird ein Monitor hauptsächlich genutzt, sollte er möglichst zentral vor dem Körper stehen.
Bei zwei ungefähr gleich häufig verwendeten Displays kann die Mitte zwischen den Bildschirmen zentral ausgerichtet werden. Werden die Inhalte sehr unterschiedlich häufig betrachtet, sollte der Hauptmonitor die günstigste Position erhalten.
Auch die Helligkeit mehrerer Displays sollte nicht extrem voneinander abweichen.
Ein sehr heller Hauptmonitor neben einem deutlich dunkleren zweiten Bildschirm zwingt die Augen bei jedem Blickwechsel zu einer erneuten Anpassung.
Erinnerungen können neue Pausengewohnheiten etablieren
Das grösste Problem der 20-20-20-Regel liegt nicht in ihrer Komplexität. Sie wird schlicht vergessen.
In konzentrierten Arbeitsphasen können Stunden vergehen, ohne dass bewusst auf die Entfernung geachtet wird.
Hilfreich können deshalb Erinnerungen sein:
- ein stiller Timer auf Computer oder Smartwatch
- eine Pausen-App
- ein kleiner Hinweis am Monitor
- der Blick aus dem Fenster bei jedem Telefonat
- bewusstes Blinzeln nach jeder abgeschlossenen Aufgabe
Besonders alltagstauglich sind Gewohnheiten, die an bereits vorhandene Abläufe gekoppelt werden. Dann ist kein zusätzlicher Termin für „Augentraining“ erforderlich.
Wann müde Augen medizinisch abgeklärt werden sollten
Vorübergehende Müdigkeit nach langer Naharbeit ist häufig harmlos. Nicht jede Augenbeschwerde darf jedoch automatisch auf den Computer geschoben werden.
Eine fachliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn Beschwerden trotz Anpassungen wiederkehren oder anhalten.
Zeitnah medizinisch abgeklärt werden sollten insbesondere ungewöhnliche oder deutliche Beschwerden wie:
- anhaltende Sehverschlechterung
- starke Augenschmerzen
- ausgeprägte oder anhaltende Rötung
- Doppelbilder
- auffällige Lichtempfindlichkeit
- plötzlich auftretende Veränderungen des Sehens
Bei einem plötzlichen deutlichen Sehverlust oder anderen akut einsetzenden schweren Sehproblemen ist eine rasche medizinische Beurteilung erforderlich.
Eine Untersuchung kann ausserdem klären, ob trockene Augen, eine Fehlsichtigkeit oder andere Faktoren hinter vermeintlicher Bildschirmmüdigkeit stehen.
Eine einfache Pausenroutine für den Büroalltag
Um die Augen zu entlasten, braucht es keinen komplizierten Tagesplan.
Eine praktikable Routine kann aus wenigen Elementen bestehen:
- etwa alle 20 Minuten kurz in die Ferne schauen
- dabei mehrmals bewusst und vollständig blinzeln
- Schrift ausreichend gross einstellen
- Spiegelungen und Blendung am Monitor reduzieren
- den Bildschirm in angenehmer Entfernung positionieren
- direkten Luftstrom auf die Augen vermeiden
- regelmässig aufstehen und die Körperhaltung verändern
- echte Arbeitspausen nicht vollständig am Smartphone verbringen
Nicht jeder Punkt muss minutengenau geplant werden. Entscheidend ist die Regelmässigkeit.
Fazit: Die beste Augenpause beginnt mit dem Blick weg vom Bildschirm
Müde Augen nach langer Bildschirmarbeit sind häufig das Ergebnis mehrerer Faktoren. Intensive Naharbeit trifft auf weniger Blinzeln, trockene Raumluft, kleine Schrift, ungünstige Monitorpositionen oder fehlende Pausen.
Die wirksamsten Veränderungen sind erstaunlich unspektakulär. Regelmässig in die Ferne schauen, vollständig blinzeln, den Arbeitsplatz sinnvoll einstellen und zwischendurch aufstehen: Diese Gewohnheiten lassen sich ohne grossen Aufwand in einen normalen Arbeitstag integrieren.
Eine Spezialbrille mit Blaulichtfilter ist dafür nicht grundsätzlich erforderlich. Auch komplizierte Augenübungen bieten keinen Ersatz für Erholung und passende Arbeitsbedingungen.
Wer nach Feierabend regelmässig deutlich gereizte, trockene oder müde Augen hat, sollte zunächst die täglichen Bildschirmgewohnheiten prüfen. Bleiben Beschwerden bestehen oder treten ungewöhnliche Sehprobleme hinzu, gehört die Ursache fachlich abgeklärt.
Damit wird Augenentspannung zu keiner zusätzlichen Aufgabe auf der To-do-Liste. Sie entsteht dort, wo die Bildschirmarbeit für einige Sekunden unterbrochen wird: mit einem vollständigen Lidschlag, einem Blick aus dem Fenster und regelmässigen Pausen vom Nahsehen.
Bildquellen: Titelbild: Adobe Stock/st.kolesnikov; Bild 1: Adobe Stock/Daniel; Bild 2: Moon Safari/iStock; Bild 3: Adobe Stock/Daniel