Glacé selber machen: 4 Rezepte ohne Eismaschine – für Kinder und Geniesser

Selbst gemachtes Glacé ist das beste Glacé – das klingt nach einem Klischee, stimmt aber wirklich. Wer weiss, was drin ist, kann auf künstliche Aromen, Farbstoffe und übermässigen Zucker verzichten. Und das Schönste: Für die meisten Rezepte braucht es keine Glacémaschine, nur wenige Zutaten und ein Tiefkühlfach. Ein Nachmittag in der Küche – und der Sommer kann kommen.

Gut 5,4 Liter Glacé schlecken die Schweizer pro Jahr – und damit gehören wir zu den fleissigsten Glacé-Essern Europas. Was im Laden oft überraschend viel Zucker, Palmöl und E-Nummern enthält, lässt sich zuhause mit frischen, ehrlichen Zutaten weit besser hinbekommen. Und der Stolz, wenn die eigenen Kinder das erste selbst gemachte Stängelglacé aus der Form ziehen – unbezahlbar.

Die drei Methoden: Ohne Maschine geht es auch

Viele Wege führen zum Glück. Glacémassen mit Milchprodukten und Eiern werden zuerst auf 85 °C erhitzt – im Fachjargon «zur Rose gezogen». So bindet die Masse und gibt der Glacé Struktur. Es geht aber auch anders, ohne Erhitzen oder mit Schlagrahmfestiger.

Für alle, die keine Glacémaschine haben – und das sind die meisten – gibt es drei bewährte Methoden:

  • Förmchen-Methode: Masse in Stängeliförmchen oder Eiswürfelbehälter füllen, Stiele einsetzen, einfrieren. Einfachste Methode, ideal für Kinder. Ergibt Stängelglacé mit klarer Form
  • Tiefkühlbehälter mit Rühren: Masse in einen flachen Behälter füllen und alle 30 Minuten kräftig durchrühren – das verhindert grosse Eiskristalle und macht die Glacé cremiger. Alle 30 Minuten braucht die Glacé nämlich deine Aufmerksamkeit – dann solltest du die Glacémasse mit einem Löffel oder einem Schneebesen kräftig durchrühren.
  • Säcklimethode (Swissmilk-Trick): In einem Säckli wird die Glacé tiefgefroren und immer wieder kurz durchgeknetet. Das funktioniert übrigens mit Glacé auf Joghurt-, Mascarpone- oder auch auf Quark-Rahm-Basis. Besonders praktisch für Kinder – Kneten macht Spass

Rezept 1: Cremige Rahmglacé – das Grundrezept

Dieses Grundrezept funktioniert ohne Maschine, ohne Kochen und mit nur drei Zutaten. Die gezuckerte Kondensmilch ersetzt den Zucker und verhindert gleichzeitig grosse Eiskristalle – das macht die Glacé überraschend cremig.

Zutaten für 4 Portionen:

  • 250 ml Vollrahm (35% Fett)
  • 150 g gezuckerte Kondensmilch
  • 1 TL Vanilleextrakt

Zubereitung:

  1. Vollrahm steif schlagen
  2. Kondensmilch und Vanille sorgfältig unter den Rahm heben
  3. In einen flachen Tiefkühlbehälter füllen und abdecken
  4. Mindestens 6 Stunden einfrieren – am besten über Nacht
  5. 15 Minuten vor dem Servieren aus dem Tiefkühlfach nehmen

Variationen: Erdbeeren, Himbeeren oder Mango püriert unterrühren. Mit Schoggi-Splits, Keksbrösel oder Nüssen verfeinern. Kaffee-Extrakt für ein Mokkaeis. Die Basis bleibt immer gleich.

Rezept 2: Fruchtiges Stängelglacé – perfekt für Kinder

Wassermelone in den Mixer geben, Masse in Glacéförmchen abfüllen, gefrieren lassen und geniessen. Das lässt sich beliebig mit allen Lieblingsfrüchten wiederholen. So einfach ist das Prinzip des Stängelglacés – und es gibt kaum eine Aktivität, die Kinder im Sommer mehr begeistert als die eigene Glacé herzustellen.

Zutaten für 6 Stängeliförmchen:

  • 400 g frische Erdbeeren (oder andere Beeren)
  • 2 EL Honig oder Agavensirup
  • Saft einer halben Zitrone
  • Optional: 100 ml Joghurt für cremigere Konsistenz

Zubereitung:

  1. Früchte waschen und entstielen
  2. Mit Honig und Zitronensaft pürieren – wer Fruchtstücke mag, nur die Hälfte pürieren und den Rest klein schneiden
  3. Optional: Joghurt unterrühren
  4. In Förmchen füllen, Holzstiele einsetzen
  5. Mindestens 4–5 Stunden einfrieren
  6. Zum Herauslösen Förmchen kurz unter warmes Wasser halten


Rezept 3: Schoggiglacé mit Knusperüberzug

Der selbst gemachte Schoggimantel ist das Highlight und kinderleicht. Für einen feinen Schoggimantel für das Glacé am Stiel 200 g Schoggi nach Wahl im Wasserbad langsam schmelzen lassen. Das gefrorene Glacé am Stiel kurz in die flüssige Schokolade eintauchen und mit Krokant, gehackten Nüssen oder Kokosraspeln bestreuen.

Tipp für den perfekten Knusperüberzug: Der Schoggimantel gelingt am besten mit Blockschokolade (nicht Couverture), die mit einem EL Kokosöl gemischt wird. Das Kokosöl macht die Schokolade dünnflüssiger und lässt sie beim Einfrieren schneller knusprig werden.

Rezept 4: Sorbet – leicht, fruchtig, vegan

Ein Sorbet besteht nur aus Frucht, Zucker und Wasser – keine Milchprodukte, keine Eier. Es ist die leichteste und fruchtigste Glacévariante und der beste Weg, reife Sommerfrüchte zu verarbeiten.

Grundrezept Sorbet (4 Portionen):

  • 500 g reife Früchte (Mango, Himbeeren, Pfirsich, Wassermelone)
  • 80 g Zucker oder 60 g Honig
  • 100 ml Wasser
  • Saft einer halben Zitrone

Zubereitung:

  1. Zucker mit Wasser aufkochen und abkühlen lassen (Zuckersirup)
  2. Früchte pürieren und durch ein Sieb streichen
  3. Zuckersirup und Zitronensaft unterrühren
  4. In flachem Behälter einfrieren und alle 30 Minuten rühren – oder direkt in Förmchen abfüllen

Geheimtipp: Ein EL Alkohol (z. B. Kirsch oder Himbeergeist) in die Masse geben – das senkt den Gefrierpunkt und macht das Sorbet cremiger. Für Kindervarianten einfach weglassen.

Die wichtigsten Profi-Tipps

  • Süsser einplanen: Gefriertemperatur dämpft das Süssempfinden. Was vor dem Einfrieren leicht zu süss wirkt, schmeckt gefroren genau richtig
  • Vollrahm statt Halbrahm: Mehr Fett bedeutet cremigere Glacé und weniger Eiskristalle. Bei Rahmglacé nie an Fett sparen
  • Flacher Behälter: Die Masse friert in einem flachen Behälter gleichmässiger und schneller ein als in einem tiefen
  • Abdecken: Immer abdecken beim Einfrieren – offene Glacé nimmt Gerüche aus dem Tiefkühlfach auf
  • Antauen lassen: Selbst gemachte Glacé ist direkt aus dem Tiefkühlfach oft sehr hart. 10–15 Minuten bei Raumtemperatur warten, dann ist die Konsistenz perfekt
  • Haltbarkeit: Selbst gemachte Glacé hält sich gut eingefroren 2 bis 3 Monate – aber sie schmeckt frisch am besten

Mit Kindern: So wird Glacé machen zum Erlebnis

Selbst gemachte Glacé ist eine der schönsten Sommeraktivitäten mit Kindern – ab etwa drei Jahren kann man sie mitmachen lassen. Waschen, Abwiegen, Pürieren mit dem Stabmixer (unter Aufsicht), Förmchen befüllen und den Stiel einsetzen – all das können Kinder selbst. Die Wartezeit bis die Glacé fertig ist, lässt sich mit einem gemeinsamen Ausflug überbrücken. Und das erste Abbeissen von der selbst gemachten Glacé ist ein Moment, den Kinder nicht so schnell vergessen.

Tipp: Förmchen, Holzstiele und Schoggiüberzugszubehör gibt es in jedem grösseren Haushaltwarenladen oder online ab wenigen Franken. Wer keine Förmchen hat: Joghurtbecher mit einem Holzlöffel oder Plastikstiel funktionieren genauso gut.

Video-Tipp: Stracciatella-Glacé mit 3 Zutaten – ohne Eismaschine

Dieses aktuelle Rezeptvideo zeigt, wie man mit nur 3 Zutaten ein cremiges Stracciatella-Glacé ohne Eismaschine macht – einfach, schnell und unwiderstehlich:



Fazit

Selbst gemachtes Glacé braucht keine teure Maschine, keine exotischen Zutaten und kein Kochstudium. Es braucht frische Früchte, Vollrahm, etwas Geduld – und die Vorfreude auf das erste Abbeissen. Wer einmal selbst gemachte Glacé gegessen hat, weiss, warum es das Beste ist: Man weiss genau, was drin ist. Und der Sommer schmeckt gleich besser.

 

Bildquellen: Bild 1: Symbolbild © andreiunteanu/Shutterstock.com; Bild 2: Symbolbild © Elena Hramova/Shutterstock.com

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