Eigenheim sanieren: Warum sich das 2026 besonders lohnt
von belmedia Redaktion -schweizweit Allgemein Alltag Arbeitswelt architektenwelt.com Ausbau bauenaktuell.ch Baustelle Beruf Beschäftigung Betrieb Betrieb Bildung & Arbeit Business Business Dienstleistungen Energie Experten Fassade handwerker24.ch Haus Haus, Garten & Einrichtung hometipp.ch Immobilien Inspiration Magazine Nachhaltigkeit nachrichtenticker.ch News Produkte Projekte Renovation Renovieren Sanierung Schweiz Schweiz Strategie Themen wohnenaktuell.ch Ⳇ Verbreitung
Die Fensterrahmen sind morsch, im Keller zieht es, und die Heizkostenabrechnung wird von Jahr zu Jahr unangenehmer. So sieht der Alltag in vielen älteren Schweizer Eigenheimen aus. Wer sich fragt, ob sich eine Sanierung lohnt, trifft gerade auf einen ungewöhnlich günstigen Zeitpunkt – auch wenn sich das im ersten Moment nicht so anfühlt.
Renovieren statt neu bauen ist längst kein Nischenthema mehr. Laut einer Studie der UBS hat sich das Investitionsvolumen bei Sanierungsprojekten innerhalb von fünf Jahren nahezu verdoppelt, während wegen der wirtschaftlichen Lage gleichzeitig weniger neu gebaut wird. Für Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer heisst das: Der Umbau der eigenen vier Wände ist zu einer der wichtigsten Stellschrauben geworden, um Wohnkomfort, Energiekosten und Werterhalt in Einklang zu bringen.
Warum sich Sanieren gerade jetzt lohnt
Ältere Gebäude verbrauchen oft deutlich mehr Energie als nötig. Eine bessere Wärmedämmung kann den Energiebedarf eines Hauses spürbar senken, eine moderne Heizung mit erneuerbaren Energien zusätzlich. Wer saniert, profitiert nicht nur von tieferen Betriebskosten, sondern macht sich auch unabhängiger von schwankenden Energiepreisen, die laut Branchenangaben weiterhin über dem Niveau vor 2022 liegen. Hinzu kommt der Werterhalt: Angesichts der angespannten Lage auf dem Schweizer Wohnungsmarkt sind gut sanierte Liegenschaften deutlich gefragter als unsanierte.
Fördergelder vom Gebäudeprogramm: Das gilt aktuell
Wer energetisch saniert, kann in der Regel mit Fördergeldern aus dem Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen rechnen. Unterstützt werden unter anderem:
- die Wärmedämmung von Dach, Fassade und Bodenplatte
- der Ersatz einer fossilen oder elektrischen Heizung durch eine Anlage mit erneuerbaren Energien, etwa eine Wärmepumpe
- der Anschluss an ein Fernwärmenetz
- umfassende Sanierungen nach den Standards Minergie oder GEAK
Wie hoch die Beiträge ausfallen, legt jeder Kanton individuell fest – die Unterschiede können beträchtlich sein. Für die meisten Förderbeiträge ist zudem ein GEAK Plus nötig, der Gebäudeenergieausweis der Kantone mit Beratungsbericht. Er zeigt den energetischen Zustand eines Gebäudes und schlägt passende Sanierungsvarianten vor. Wichtig: Das Fördergesuch muss in der Regel vor Baubeginn eingereicht werden, eine nachträgliche Anmeldung wird meist nicht mehr berücksichtigt.
Warum die Förderung in den nächsten Jahren unsicherer wird
Ein Grund, weshalb sich ein baldiger Start lohnen kann: Die Bundesbeiträge ans Gebäudeprogramm stehen aktuell zur Debatte. Im Rahmen des sogenannten Entlastungspakets 27 hat sich eine Mehrheit im Parlament dafür ausgesprochen, die Bundesmittel für das Programm zu kürzen oder in andere Programme umzuleiten. Mehrere Kantone lehnen eine vollständige Streichung jedoch ab, weshalb derzeit nach Kompromisslösungen gesucht wird. Da das Paket dem fakultativen Referendum untersteht, könnte am Ende sogar das Stimmvolk darüber entscheiden. Für Bauherrschaften bedeutet diese Unsicherheit vor allem eines: Solange die heutigen Bedingungen gelten, lohnt es sich, ein ohnehin geplantes Sanierungsprojekt nicht unnötig hinauszuzögern.
Steuerliche Vorteile in der Übergangsphase nutzen
Auch beim Thema Steuern lohnt sich ein Blick auf die aktuelle Lage. Das Stimmvolk hat die Abschaffung des Eigenmietwerts beschlossen, die Umsetzung erfolgt nach heutigem Stand aber frühestens ab 2028. Bis dahin bleibt das bisherige System grundsätzlich in Kraft, das es erlaubt, Kosten für den Liegenschaftsunterhalt – dazu zählen viele energetische Sanierungsmassnahmen – vom steuerbaren Einkommen abzuziehen. Je nach Kanton und individueller Situation kann sich eine Investition deshalb gerade jetzt steuerlich besonders auszahlen. Wer unsicher ist, klärt die genauen Auswirkungen am besten mit der zuständigen Steuerverwaltung oder einer Fachperson ab.
Video-Tipp: So funktioniert das Gebäudeprogramm
Wie ein Fördergesuch konkret abläuft und welche Schritte dafür nötig sind, zeigt das offizielle Erklärvideo zum Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen.
So lässt sich eine Sanierung sinnvoll angehen
Am Anfang jeder Sanierung steht eine sorgfältige Planung. Eine professionelle Energieberatung oder der bereits erwähnte GEAK Plus liefern eine fundierte Grundlage, um zu entscheiden, welche Massnahmen zuerst sinnvoll sind. Oft empfiehlt sich ein etappiertes Vorgehen: zuerst die Gebäudehülle, danach die Heizung, ergänzt durch eine Solaranlage auf dem Dach. Ein durchdachtes Gesamtkonzept schützt vor Fehlinvestitionen und sorgt dafür, dass spätere Schritte zur bereits umgesetzten Sanierung passen. Ein weiterer Pluspunkt einer frühen Planung: Wer rechtzeitig startet, sichert sich eher freie Kapazitäten bei Handwerksbetrieben, bevor der spürbare Fachkräftemangel im Bauwesen zu langen Wartezeiten führt. Eine erste, oft kostenlose Anlaufstelle bietet die Energieberatungsstelle des jeweiligen Kantons.
Fazit
Eine Sanierung kostet Zeit, Geduld und eine ordentliche Summe Geld. Doch wer die aktuelle Situation betrachtet, erkennt ein Zeitfenster, das sich so schnell nicht wiederholen dürfte: laufende Förderprogramme, eine noch geltende steuerliche Regelung und ein Wohnungsmarkt, auf dem gut sanierte Liegenschaften deutlich gefragter sind als unsanierte. Wer ohnehin eine Sanierung plant, tut gut daran, sich frühzeitig zu informieren und das Projekt anzugehen, solange die Rahmenbedingungen bekannt und günstig sind.
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