Nachhaltig schenken trotz Glücksgefühl beim Auspacken neuer Elektrogeräte
Fast jede zweite Schweizer Person empfindet das Auspacken eines neuen Elektrogeräts als Glücksmoment. Das zeigt eine aktuelle Studie der (FHNW). Gebrauchtgegenstände lösen hingegen deutlich weniger positive Emotionen aus. Wie nachhaltiges Schenken an Weihnachten trotzdem möglich ist, erklärt.
Elektrogeräte unter dem Weihnachtsbaum haben Tradition. Früher sorgte ein Waffeleisen für die Oma oder eine elektrische Eisenbahn für den Sohn für strahlende Augen, heute sind es die modernste Küchenmaschine für die Mutter oder eine ferngesteuerte Drohne für den Enkel.
Unverändert bleibt jedoch: Wer bei Geschenken auf Qualität und Reparierbarkeit achtet, schenkt kurzfristige Freude und legt zugleich die Basis für eine lange und nachhaltige Nutzung.
Darauf verweist auch Pasqual Zopp, Geschäftsführer von SENS eRecycling, mit Blick auf eine 2024 abgeschlossene Studie der FHNW: „Die Studie hat gezeigt, dass Schweizerinnen und Schweizer Geräte, die sie als besonders wertvoll oder emotional bedeutsam empfinden, länger behalten, häufiger reparieren und oft innerhalb der Familie oder im Freundeskreis weitergeben.“
Qualität geht vor Preis
„Beim nachhaltigen Schenken empfiehlt es sich, auf Qualität, anstatt auf den günstigsten Preis zu achten“, empfiehlt Zopp. „Denn hochwertige Produkte halten nicht nur länger, sondern lassen sich im Vergleich zu Billigprodukten auch einfacher und besser reparieren.“
Hierfür bieten viele Fachhändler einen eigenen Reparaturservice oder auch Ersatzteile in ihren Online-Shops an. Bei einem Onlinekauf rät Zopp zudem, stets einen Blick ins Impressum zu werfen: „Denn nicht jeder Shop mit.ch ist ein Schweizer Shop“. Nebst den Preisen und den Versandkosten sind auch die Umtausch- und Garantiebedingungen zu prüfen.
Und nicht zuletzt gehört zu einem nachhaltigen Einkauf auch der Blick darauf, ob der vorgezogene Recyclingbeitrag (vRB) im Kaufpreis enthalten ist. „Dank ihm können ausgediente elektrische und elektronische Geräte schweizweit kostenlos entsorgt werden“, erklärt Zopp. Fehlt dieser Beitrag im Kaufpreis, kann er auch freiwillig für CHF 5.– auf der Website von SENS eRecycling nachbezahlt werden. Damit wird eine faire und fachgerechte Entsorgung der gekauften Geräte nach Ablauf ihrer Lebensdauer ermöglicht.
Secondhand ja, aber bewusst und transparent
„Nebst einem Neukauf lohnt es sich auch immer zu prüfen, welche Geräte im eigenen Haushalt man noch braucht und welche man auch an die eigene Tochter, den Göttibub oder die Nichte verschenken könnte“, empfiehlt Pasqual Zopp. Allerdings muss einem bewusst sein, dass manche Personen Gebrauchtgeräten nach wie vor skeptisch gegenüberstehen. Das hat auch die Studie gezeigt: Nur 8 % der Befragten stimmten voll und ganz zu, dass eher gebrauchte statt neue Geräte gekauft respektive verschenkt werden sollen. Die Hauptgründe für diese Zurückhaltung liegen in Hygienebedenken sowie in der Ungewissheit über Zustand und Qualität des Geräts.
Pasqual Zopp rät deshalb zu einer offenen und transparenten Kommunikation über Zustand, Herkunft und mögliche Garantiefristen der Geräte. „Das schafft Vertrauen und macht ein Geschenk noch wertvoller“, ist er überzeugt. Wer unsicher ist, ob ein selten genutztes Gerät noch einwandfrei funktioniert, kann es bei einem Fachhändler überprüfen lassen. Dort erfährt man auch, ob sich eine allfällige Reparatur eines defekten Geräts noch lohnt.
Tipps für den bewussten Kauf von Elektrogeräten
- Setze auf Qualität statt auf den günstigsten Preis. Hochwertige Geräte halten länger und lassen sich besser reparieren.
- Prüfe den (Online-)Verkäufer: Hält er die Schweizer Gesetze z. B. bei Spielwaren ein und ist er auf der Liste der vRB-Partner? Falls nicht, zahle einen freiwilligen Recyclingbeitrag à CHF 5.– für eine faire und fachgerechte Entsorgung nach Ablauf der Lebensdauer deiner gekauften Geräte.
- Frage lokale Händler: Sie reinigen oder reparieren Geräte und entsorgen defekte Geräte kostenlos und fachgerecht.
- Kaufe Secondhand. Auch wenn der Kauf gebrauchter Geräte weniger Emotionen weckt, kann er sinnvoll sein – vor allem, wenn Zustand und Herkunft transparent sind oder ein Garantieschein vorhanden ist.
Quelle: SENS eRecycling / Forschungsstudie der Fachhochschule Nordwestschweiz 2024
Bildquelle: SENS eRecycling
