Adventskranz und Kaminofen: Verbraucher kratzen gefährlich nah an Luftschadstoff-Grenzwerten

Eine Hochrechnung für das heimische Wohnzimmer: Mit jeder brennenden Kerze steigt die Konzentration von Schadstoffen wie Stickoxiden und Feinstaub in der Luft.

Mit einer Hochrechnung machen die Experten für saubere Luft von aeris by iRobot darauf aufmerksam, wie schnell Schadstoffkonzentrationen in Innenräumen beim Gebrauch von Kerzen in der Adventszeit steigen. Auf Grundlage wissenschaftlicher Daten zum Ausstoss von Stickoxid und Feinstaub durch handelsübliche Paraffinkerzen konnte errechnet werden, wie hoch die Schadstoffkonzentration in einem geschlossenen Wohnzimmer werden kann. Darüber hinaus teilen die Experten wertvolle Tipps für eine sichere Adventszeit mit guter Luft zum Atmen.

Kerzen gehören in der Adventszeit zur weihnachtlichen Atmosphäre einfach dazu. Die erzeugte Gemütlichkeit hat allerdings ihren Preis, denn das verbrennende Wachs (aus Materialien wie Paraffin oder Stearin) setzt gesundheitsschädlichen Feinstaub (Russ) und verschiedene Schadstoffe frei. Dazu zählen unter anderem Stickoxide und Kohlenmonoxid und damit verschiedene Schadstoffe, die krank machen können, wenn man ihnen regelmässig ausgesetzt ist.

Der Gebrauch von Kerzen verschlechtert die Luftqualität in Innenräumen teilweise erheblich und summiert sich, wenn Adventskranz, Weihnachtspyramide und der Kaminofen in geschlossenen Räumen gleichzeitig für Weihnachtsstimmung sorgen sollen, wie die folgende Rechnung zeigt.

Stickoxid-Konzentration steigt auf 28 µg/m3 und liegt damit gefährlich nah am EU-Grenzwert

Wissenschaftlich erwiesen, erzeugt eine einzelne handelsübliche Kerze, wie sie auf Millionen Adventskränzen steckt, im Laufe von acht Stunden etwa 280 Mikrogramm (µg) Stickoxide. Wenn nun vier Kerzen auf dem Adventskranz einen ganzen Nachmittag mit vier Stunden in einem geschlossenen Raum brennen, erzeugen diese eine Stickoxid-Menge von 560 µg.

Mit jeder weiteren Kerze erhöht sich dieser Wert. So schlagen zum Beispiel acht Kerzen in der klassischen Weihnachtspyramide im Laufe von vier Stunden mit weiteren 1.120 µg zu Buche.

Bei einem Wohnzimmer mit einer Grösse von etwa 20 Quadratmetern und einem Volumen von 60m3 ergibt das eine Stickoxid-Konzentration von 28 µg/m3 und damit gefährlich nach am EU-Grenzwert für Stickoxide, der bei 40µg/m3 liegt.

Kerzen setzen bis zu 800.000 Feinstaub-Teilchen frei

Daneben belasten Kerzen, aber auch offene Kamine und Kaminöfen, mit dem Ausstoss von Feinstaub. Bei regulären Gebrauch stösst eine brennende Flamme bis zu 800.000 kleinste Feinstaub-Partikel (PM0.1) aus. Sie sind so klein, dass sie beim Atmen leicht in die Lunge gelangen und dort bleiben.

Noch heftiger wird der Feinstaub-Ausstoss, wenn die Flamme stark russt, weil sie zum Beispiel in Zugluft steht. In diesem Fall kann eine Kerze die bis zu 30-fache Menge an Partikeln in die Luft abgeben. Bei stark russenden Kerzen auf dem Adventskranz wären das am vierten Advent insgesamt 96 Millionen Partikel, die die gute Stube in einen gesundheitsschädlichen Feinstaub-Hotspot verwandeln.

Für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen ist dies besonders gefährlich. Aber auch gesunde Menschen können Schaden nehmen, wenn sie sich dieser Belastung regelmässig aussetzen. Die Hochrechnungen zeigen, wie schnell man unabsichtlich in die Nähe von Grenzwerten gerät. Hierbei bleibt zu sagen, dass die genannten Konzentrationen sich nur ergeben, wenn das Zimmer geschlossen bleibt und nicht zwischendurch gelüftet wird. Wie man den Advent zuhause durchaus mit brennenden Kerzen dekoriert verbringen kann, zeigen die folgenden Hinweise abschliessend.

Tipps für eine gemütliche Adventszeit mit guter Luft zum Atmen

  • Regelmässig lüften: Kerzen lassen nicht nur die Schadstoffbelastung steigen, sondern verbrauchen auch jede Menge Sauerstoff. Regelmässiges Stosslüften dient nicht nur die Luftwechselrate zu steigern, sondern versorgt uns auch wieder mit frischem Sauerstoff, den wir zum Atmen brauchen.
  • Bienenwachskerzen nutzen: Bienenwachs erzeugt beim Abbrennen deutlich weniger Schadstoffe als Wachs aus Paraffin oder Stearin. Das Bienenwachs stammt aus den Waben der Honigbienen und eignet sich für Kerzen ganz hervorragend. Bienenwachskerzen sind teurer als Paraffinkerzen und vor allem deshalb nicht so weit verbreitet. Der Kauf von Bienenwachskerzen lohnt sich aber, denn sie brennen länger und sind weniger gesundheitsschädlich.
  • Lichterkette statt Kerze: Nicht nur der Luftqualität zuliebe sollte man die echten Kerzen am Weihnachtsbaum gegen elektrische Kerzen ersetzen. Die elektrischen Alternativen tragen auch dazu bei, den Brandschutz zu sichern. Bei echten Kerzen am Baum reicht sonst schon eine kleine Unaufmerksamkeit und das Wohnzimmer steht in Flammen.
  • Zugluft vermeiden: Wenn eine Kerze in der Zugluft steht, tanzt die Flamme zwar besonders schön, aber das hat ihren Preis. Eine unruhige Kerzenflamme russt besonders stark und gibt dadurch deutlich mehr Feinstaubpartikel ab als unter windstillen Bedingungen.
  • Docht kürzen: Ein langer Docht kann ebenfalls dazu führen, dass eine Kerze besonders viel russt. Daher sollte der Docht vor jedem Anzünden so weit wie möglich gekürzt werden.
  • Auf Duftstoffe verzichten: Duftkerzen und Räuchermännchen sind zur Adventszeit besonders beliebt. Sie hüllen den Wohnraum aber nicht nur in winterliche Gerüche wie Zimt, Vanille, Tanne und Weihrauch, sondern tragen auch zur Feinstaub- und Schadstoffbelastung der Luft in Innenräumen bei. Im Sinne der Luftqualität ist von Duftkerzen und Räuchermännchen klar abzuraten. Alternative Duftquellen ohne Schadstoff sind eine mit Nelken gespickte Apfelsine oder aufgehängte Zimtstangen oder getrocknete Kräuter.
  • Luft reinigen: Wie wir gelernt haben, produziert das Abbrennen von Kerzen eine grosse Menge an Feinstaub. Dieser lässt sich mit einem professionellen Luftreiniger mit entsprechenden HEPA-Filtern und einer hohen Luftwechselrate aus der Luft entfernen.

Informationen zur Rechnung im Detail:

1 Kerze nach 8 Stunden Brenndauer = 280 µg Stickoxid-Ausstoss

1 Kerze nach 4 Stunden Brenndauer (ein Nachmittag) = 140 µg Stickoxid-Ausstoss

Adventskranz mit 4 Kerzen, ein Nachmittag: 4 x 140 µg = 560 µg Stickoxid-Ausstoss

Weihnachtspyramide mit 8 Kerzen, ein Nachmittag: 8 x 140 µg = 1.120 µg Stickoxid-Ausstoss

Adventskranz + Weihnachtspyramide, ein Nachmittag: 560 µg + 1.120 µg = 1.680 µg Stickoxid-Ausstoss

Quellen: Andersen, Omelekhina, Rasmussen, Bennekov, Skov, Køcks, Wang, Strandberg, Mattsson, Bilde, Glasius, Pagels, Wierzbicka: “Emissions of soot, PAHs, ultrafine particles, NOx, and other health relevant compounds from stressed burning of candles in indoor air” in CC BY 4.0, Farhangrazi, Sancini, Hunter, Moghimi: “Airborne Particulate Matter and SARS-CoV-2 Partnership: Virus Hitchhiking, Stabilization and Immune Cell Targeting – A Hypothesis” in Frontiers in Immunology, 2020.

Alle Informationen unter: www.aeris.irobot.de/kerzen-schadstoffe

 

Quelle: Aeris by iRobot
Titelbild: Maren Winter – shutterstock.com

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