Holzarten für Möbel im Vergleich: Eiche, Buche, Nussbaum, Ahorn, Esche oder Kiefer?

Ein Esstisch soll tägliche Mahlzeiten, Hausaufgaben und gesellige Abende aushalten. Ein Sideboard darf dagegen vor allem den Raum prägen. Genau hier beginnt die Wahl der Holzart: Eiche und Esche verbinden eine markante Zeichnung mit hoher Belastbarkeit, Ahorn wirkt hell und ruhig, Nussbaum setzt einen dunklen Akzent. Buche ist robust und zurückhaltend, während Kiefer Gebrauchsspuren schneller annimmt und dadurch sichtbar altert.

Farbe und Maserung sind allerdings nur ein Teil der Entscheidung. Ebenso wichtig sind Konstruktion, Oberflächenbehandlung, Gewicht, Raumklima und Pflege. Selbst ein hartes Holz bekommt Kratzer, wenn Sand über die Tischplatte gezogen wird. Ein weicheres Holz kann lange halten, wenn die Nutzung dazu passt und die Oberfläche fachgerecht geschützt ist. Dieser Vergleich hilft Ihnen, Eiche, Buche, Nussbaum, Ahorn, Esche und Kiefer realistisch einzuschätzen.

Zuerst klären: Massivholz, Furnier oder Holzdekor?

Die Angabe «Eiche» oder «Nussbaum» sagt allein noch nicht, wie ein Möbel aufgebaut ist. Sie kann sich auf massive Bauteile, eine dünne Echtholzschicht oder lediglich auf die Farbe eines Dekors beziehen. Lesen Sie deshalb die vollständige Materialdeklaration und prüfen Sie, auf welches Bauteil sie sich bezieht. Eine Front kann aus Massivholz bestehen, während Seiten, Rückwand oder Einlegeböden aus anderen Werkstoffen gefertigt sind.

Materialien im Vergleich



Furnier ist kein minderwertiger Ersatz für Massivholz. Es kann grosse, ruhige Flächen ermöglichen und wertvolle Stämme effizient nutzen. Bei breiten Türen oder Schrankseiten kann ein geeigneter Plattenwerkstoff zudem formstabiler sein als eine massive Fläche. Entscheidend sind Materialqualität, Stärke der Deckschicht, saubere Kanten und die Konstruktion des gesamten Möbels.

Massivholz erkennen Sie nicht zuverlässig an einer lebhaften Maserung. Moderne Dekore bilden Äste und Poren überzeugend nach. Sehen Sie an Kanten und Bohrungen nach, vergleichen Sie Ober- und Unterseite und verlangen Sie bei Unklarheiten eine schriftliche Produktbeschreibung. Begriffe wie «Holzoptik», «Eiche-Nachbildung» oder «Dekor Nussbaum» bezeichnen kein Echtholz.


Die Bezeichnung der sichtbaren Oberfläche reicht für einen Vergleich nicht aus. Lassen Sie sich zusätzlich Trägermaterial, Furnierstärke, Kantenaufbau und Oberflächenbehandlung nennen.

Härte ist wichtig, aber kein alleiniger Qualitätsmassstab

Bei Möbelholz wird häufig mit Härtewerten geworben. Sie beschreiben den Widerstand gegen das Eindringen eines Prüfkörpers und geben eine Orientierung für Druckstellen. Solche Werte schwanken jedoch. Baumart, Wuchsgebiet, Rohdichte, Feuchte, Faserrichtung und Messverfahren beeinflussen das Ergebnis. Eine einzelne Zahl sollte deshalb nicht überbewertet werden.

Für den Alltag zählt das Zusammenspiel mehrerer Eigenschaften:

  • Oberflächenhärte: Sie beeinflusst, wie schnell Absätze, Spielzeug, Geschirr oder harte Gegenstände Druckstellen hinterlassen.
  • Zähigkeit und Elastizität: Diese Eigenschaften sind für schlanke Stuhlbeine, Lehnen und belastete Verbindungen wichtig.
  • Gewicht: Ein schwerer Tisch steht satt, lässt sich aber schwieriger verschieben. Ein leichter Schrank ist einfacher zu transportieren, muss bei Kippgefahr trotzdem gesichert werden.
  • Holzbewegung: Holz nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Dadurch ändern sich die Masse vor allem quer zur Faser.
  • Sortierung: Astanteil, Splint, Farbspiel und Faserverlauf bestimmen, ob eine Fläche ruhig oder lebhaft wirkt.
  • Oberfläche: Lack, Öl oder Wachs verändern Schutz, Haptik, Farbwirkung und Reparaturmöglichkeiten.

Ein gut gebautes Möbel aus Kiefer kann seinen Zweck länger erfüllen als ein schlecht konstruiertes Möbel aus Eiche. Prüfen Sie daher auch Verbindungen, Beschläge, Plattenstärken, Aussteifung und Ersatzteilversorgung. Besonders bei ausziehbaren Tischen, Betten und hohen Regalen entscheidet die Konstruktion über Stabilität und Lebensdauer.

Video: Holzkunde beim Schreiner



Eiche: belastbar, markant und vielseitig

Eiche zählt zu den gefragtesten Möbelhölzern. Ihre deutlich sichtbaren Poren, Jahrringe und sogenannten Spiegel erzeugen eine prägnante Oberfläche. Je nach Art, Wuchs, Schnitt und Sortierung reicht das Bild von ruhig und gleichmässig bis astreich und kontrastreich. Natur geölte Eiche wirkt meist gelblich bis hellbraun. Beize, Räuchern oder pigmentiertes Öl können den Ton stark verändern.

Das harte Holz eignet sich gut für häufig genutzte Esstische, Arbeitsplatten, Stühle, Betten, Regale und Kommoden. Es verkraftet mechanische Beanspruchung besser als weiche Nadelhölzer, bleibt aber nicht spurenfrei. Kleine Steine unter einem Gegenstand, harte Keramikkanten und stehende Nässe können auch Eiche beschädigen.

Bei Kontakt mit Eisen und Feuchtigkeit kann sich Eiche dunkel verfärben. Verantwortlich sind Reaktionen mit holzeigenen Gerbstoffen. Schwarze Punkte rund um ungeeignete Metallteile sind daher nicht zwingend Schmutz. Für Reparaturen und Ergänzungen sollten passende Beschläge und fachgerechte Mittel verwendet werden.

Eiche ist eine gute Wahl, wenn ein Möbel sichtbar präsent sein und lange genutzt werden soll. Für kleine Räume eignet sich eine ruhige Sortierung mit schlanken Formen besser als eine schwere, astreiche Platte mit massigem Gestell.

Buche: robust, fein gezeichnet und oft unterschätzt

Buchenholz ist hell, feinporig und meist gleichmässiger gezeichnet als Eiche. Der Farbton reicht von gelblich bis leicht rötlich. Gedämpfte Buche erhält durch eine Behandlung mit Wasserdampf einen wärmeren Ton. Bei Kernbuche werden bewusst Bereiche mit kräftigeren Farbzonen und lebhafter Zeichnung eingesetzt.

Buche ist hart, zäh und gut belastbar. Deshalb kommt sie bei Stühlen, Tischgestellen, Betten, Regalen, Schubladen und stark beanspruchten Innenteilen zum Einsatz. Unter Dampf lässt sie sich gut biegen. Diese Eigenschaft machte das Holz zu einem klassischen Werkstoff für Bugholzstühle.

Im Raum wirkt Buche zurückhaltender als astreiche Eiche oder Nussbaum. Sie passt zu hellen Einrichtungen und lässt anderen Farben den Vortritt. Bei sehr grossen, durchgehenden Flächen ist eine fachgerechte Konstruktion wichtig, da Buche auf wechselnde Holzfeuchte vergleichsweise deutlich reagieren kann.

Wer ein belastbares Möbel mit ruhigem Ausdruck sucht, findet in Buche eine sachliche Lösung. Achten Sie darauf, ob klassische Buche oder Kernbuche angeboten wird: Beide stammen vom selben Baum, wirken optisch jedoch deutlich unterschiedlich.

Nussbaum: dunkler Akzent mit grossem Farbspiel

Nussbaum besitzt ein braunes bis dunkelbraunes Kernholz. Wolkige Zonen, Streifen und Farbwechsel geben dem Holz Tiefe. Das Splintholz ist wesentlich heller. Welche Anteile sichtbar bleiben, hängt von der Sortierung und der gestalterischen Absicht ab. Europäischer und amerikanischer Nussbaum unterscheiden sich zudem in Farbwirkung und Zeichnung.

Das Holz wird gern für Esstische, Schreibtische, Sideboards, Vitrinen, Betten und Schrankfronten verwendet. Schon eine einzelne Nussbaumfläche kann einen Raum stark prägen. Bei grossen Möbeln kommt häufig Furnier zum Einsatz. Damit lassen sich Maserungsverläufe gezielt spiegeln oder über mehrere Fronten fortführen.

Nussbaum ist für gewöhnliche Wohnmöbel ausreichend belastbar, wird aber meist wegen seiner Optik gewählt. Er liegt preislich häufig über Buche oder Kiefer. Fragen Sie bei günstigen Angeboten daher genau nach, ob es sich um Massivholz, Furnier oder Dekor handelt.

Holz verändert unter Licht seinen Ton. Stellen Sie dekorative Gegenstände deshalb gelegentlich um, besonders in den ersten Monaten. So vermeiden Sie auffällige helle Felder auf einer sonst nachgedunkelten oder farblich veränderten Fläche.

Ahorn: hell, fein und empfindlich gegen sichtbare Verfärbungen

Ahorn gehört zu den hellsten europäischen Möbelhölzern. Je nach Art erscheint er fast weiss, cremefarben oder leicht gelblich. Die Poren sind fein, die Zeichnung wirkt häufig ruhig. Dadurch eignet sich Ahorn für kleine Räume, zurückhaltende Schrankfronten und Einrichtungen, in denen Holz nicht dunkel oder rustikal wirken soll.

Das harte Holz wird für Tische, Stühle, Kommoden, Betten und Kindermöbel verwendet. Auf einer sehr hellen Fläche fallen dunkler Schmutz, farbige Flüssigkeiten und Metallabrieb schneller auf. Das Holz ist deshalb nicht automatisch pflegeleichter, nur weil die Maserung zurückhaltend ist.

Direktes Sonnenlicht kann den Ton verändern. Zudem kann eine ungeeignete Oberflächenbehandlung helles Holz stärker gelblich erscheinen lassen. Lassen Sie sich vor dem Kauf ein behandeltes Muster zeigen. Bei einer Sonderanfertigung lohnt es sich, das gewünschte Öl oder den Lack auf einem Reststück zu prüfen.

Esche: zäh, elastisch und lebhaft gezeichnet

Esche ist hell, deutlich gemasert und oft kontrastreicher als Ahorn oder Buche. Ihre ringporige Struktur kann an Eiche erinnern, wirkt farblich jedoch meist leichter. Dunklere Kernbereiche werden je nach Sortierung integriert oder ausgesondert. Dadurch reicht das Erscheinungsbild von gleichmässig hell bis ausdrucksstark zweifarbig.

Härte, Zähigkeit und Elastizität machen Esche für Stühle, Tischgestelle, Betten und mechanisch belastete Bauteile interessant. Auch auf grossen Fronten und Tischplatten kommt die lineare oder fladerartige Zeichnung gut zur Geltung. Wer eine sichtbare Maserung wünscht, Eiche aber zu vertraut oder zu dunkel findet, sollte Esche in die engere Wahl nehmen.

Die offene Porenstruktur bleibt je nach Oberflächenbehandlung fühlbar. Prüfen Sie deshalb nicht bloss die Farbe eines Musters, sondern fahren Sie mit der Hand darüber. Eine stark strukturierte Fläche fühlt sich anders an und kann sich bei der Reinigung anders verhalten als eine glatt aufgebaute Lackoberfläche.

Kiefer: leicht, weich und bereit für Patina

Kiefer ist ein Nadelholz. Es ist leichter und weicher als die hier verglichenen Laubhölzer. Sichtbare Äste, deutliche Jahrringe und Unterschiede zwischen hellem Frühholz und dunklerem Spätholz erzeugen ein lebhaftes Bild. Der zunächst helle, gelbliche bis rötliche Ton kann unter Licht deutlich kräftiger und honigfarben werden.

Kiefer kommt bei Regalen, Schränken, Betten, Tischen und Kindermöbeln zum Einsatz. Das Holz lässt sich gut bearbeiten und ist häufig günstiger als Eiche oder Nussbaum. Seine Oberfläche nimmt Druckstellen und Kratzer schneller an. An einem täglich genutzten Schreibtisch oder Esstisch wird dieser Unterschied sichtbar.

Das ist nicht zwangsläufig ein Mangel. Bei natürlichen oder ländlich geprägten Einrichtungen kann eine Patina erwünscht sein. Wer dagegen eine möglichst gleichmässige, lange makellos wirkende Tischplatte erwartet, sollte ein härteres Holz oder eine widerstandsfähigere Oberfläche wählen.


Beurteilen Sie ein Holzmuster am späteren Standort bei Tages- und Kunstlicht. Kleine Muster zeigen Farbwirkung und Sortierung nur eingeschränkt; für grosse Fronten ist eine grössere Referenzfläche aussagekräftiger.

Die sechs Holzarten im direkten Vergleich



Die Einordnung bezieht sich auf typische Eigenschaften. Innerhalb jeder Holzart gibt es grosse Unterschiede. Eine astfreie, fein sortierte Fläche wirkt anders als eine rustikale Sortierung desselben Holzes. Auch gebürstete, geräucherte, gekälkte, gebeizte oder pigmentiert geölte Oberflächen können die natürliche Farbe stark verändern.

Welches Holz passt zu welchem Möbel?

Esstisch und Schreibtisch

Für eine täglich genutzte Platte bieten sich Eiche, Buche, Ahorn oder Esche an. Entscheidend ist eine Oberfläche, die zur Nutzung passt. Familien mit kleinen Kindern profitieren häufig von einer reparaturfreundlichen, fachgerecht geölten Fläche. Wer möglichst wenig laufende Pflege möchte, kann eine geeignete Lackierung bevorzugen. Nussbaum eignet sich ebenfalls, verlangt wegen seines Preises und seiner starken Wirkung jedoch eine bewusstere Entscheidung. Kiefer passt, wenn sichtbare Gebrauchsspuren akzeptiert sind.

Stuhl, Bank und Bett

Bei tragenden, schlanken Teilen zählen Zähigkeit, Verbindungstechnik und Dimensionierung. Buche und Esche sind bewährte Hölzer für Stühle. Eiche eignet sich ebenfalls, führt aber oft zu einem höheren Gewicht. Bei Betten sollten Sie zusätzlich auf stabile Eckverbindungen, einen tragfähigen Mittelholm und leise Beschläge achten. Die Holzart allein verhindert kein Knarren.

Schrank, Sideboard und Regal

Hier ist die Oberflächenhärte oft weniger entscheidend als bei einem Tisch. Gewicht, Formstabilität der Türen, Qualität der Scharniere und Tragfähigkeit der Böden rücken in den Vordergrund. Furnierte Platten können bei grossen Fronten technisch sinnvoll sein. Nussbaum setzt einen dunklen Akzent, Ahorn und Buche treten optisch zurück. Eiche und Esche bringen eine deutlich sichtbare Struktur in den Raum.

Kindermöbel

Für Kindermöbel zählen abgerundete Kanten, standsichere Konstruktion, geeignete Beschläge und eine geprüfte Oberfläche mehr als eine bestimmte Holzart. Ahorn, Buche und Kiefer werden häufig eingesetzt. Hohe oder kletterfähige Möbel müssen gemäss Montageanleitung an der Wand gesichert werden. Prüfen Sie zudem, ob Ersatzteile erhältlich sind und sich das Möbel später anpassen lässt.

Gute Konstruktion erkennen: Schauen Sie unter und hinter das Möbel

Die schönste Tischplatte hilft wenig, wenn das Gestell wackelt oder breite Holzflächen starr verschraubt wurden. Massivholz verändert seine Breite mit der Holzfeuchte. Eine fachgerechte Konstruktion hält Bauteile sicher, lässt aber die notwendige Bewegung zu. Langlöcher, spezielle Beschläge oder konstruktive Rahmen können diesen Ausgleich ermöglichen.

Prüfen Sie im Geschäft folgende Punkte:

  • Steht das Möbel auf ebenem Boden ohne zu kippeln oder sich zu verwinden?
  • Laufen Schubladen sauber und lassen sie sich beladen nachstellen?
  • Sind Rückwand, Böden und Beschläge ausreichend dimensioniert?
  • Bleibt die Maserung an sichtbaren Kanten plausibel oder ist eine Dekorschicht erkennbar?
  • Sind Leimfugen geschlossen und Kanten ohne Ausrisse verarbeitet?
  • Lassen sich Verschleissteile wie Scharniere, Gleiter und Auszüge ersetzen?
  • Ist die Oberfläche auf Unterseite, Kanten und Auszügen sauber ausgeführt?

Massgefertigte Möbel bieten Vorteile, wenn Nischen, Dachschrägen oder besondere Funktionen berücksichtigt werden müssen. Einen Einblick in die Auswirkung auf das Raumklima bietet der Beitrag: Warum Holz und Furnier für ein gesundes Raumklima und mehr Wohnqualität sorgen


Präzise Masse sind nur der Anfang. Dauerhafte Möbel brauchen passende Holzfeuchte, belastbare Verbindungen und Details, die dem Massivholz trotz fester Montage Bewegung erlauben.

Geölt, lackiert oder gewachst: Die Oberfläche verändert den Alltag

Öl dringt in die Oberfläche ein, hebt Farbe und Maserung hervor und erhält eine direkte Holzhaptik. Leichte Gebrauchsspuren lassen sich bei vielen geölten Möbeln lokal anschleifen und nachbehandeln. Das funktioniert jedoch nur, wenn Pflegeprodukt, Schliff und Vorgehen zur bestehenden Oberfläche passen. Zu viel Öl oder unvollständig abgenommener Überschuss kann klebrige, ungleichmässige Stellen hinterlassen.

Lack bildet einen Film auf dem Holz. Eine geeignete Lackierung schützt gut gegen Flüssigkeiten und erleichtert die Reinigung. Wird die Schicht tief beschädigt, ist eine unauffällige lokale Reparatur häufig schwieriger als bei einer geölten Fläche. «Lackiert» beschreibt zudem kein einheitliches Schutzniveau. Aufbau, Glanzgrad und Widerstandsfähigkeit unterscheiden sich.

Wachs erzeugt eine angenehme, oft seidig wirkende Oberfläche. Gegen Wasser, Wärme und Flecken bietet es je nach System weniger Schutz als ein belastbarer Lack oder ein passendes Öl-Wachs-System. Kombinationen sind möglich, dürfen aber nicht beliebig übereinander aufgetragen werden.

Fragen Sie vor dem Kauf:

  • Welche Oberflächenbehandlung wurde konkret verwendet?
  • Welches Reinigungs- und Pflegemittel ist freigegeben?
  • Wie lässt sich ein Kratzer, Wasserfleck oder eine Druckstelle reparieren?
  • Kann die Fläche später vollständig aufgearbeitet werden?
  • Gibt es ein Pflegeblatt und passende Produkte auch langfristig?

Raumklima: Warum Holz arbeitet

Holz ist hygroskopisch. Es nimmt Feuchtigkeit aus der Umgebung auf und gibt sie wieder ab. Ändert sich die Holzfeuchte, quillt oder schwindet das Material. Diese Bewegung ist quer zur Faserrichtung stärker als längs zur Faser. Kleine Fugen, minimale Höhenunterschiede oder saisonale Veränderungen sind bei Massivholzmöbeln deshalb nicht automatisch ein Fehler.

Problematisch werden extreme oder schnelle Wechsel. Stellen Sie Massivholzmöbel nicht direkt an Heizkörper, Kachelöfen oder dauerhaft feuchte Wände. Auch starke, einseitige Sonneneinstrahlung kann Farbe und Feuchteverteilung beeinflussen. Nach einem Neubau oder einer Renovation kann noch viel Baufeuchte im Raum vorhanden sein. Lüften und heizen Sie kontrolliert und beachten Sie die Klimavorgaben des Herstellers.

Ein Hygrometer hilft, starke Ausschläge zu erkennen. Eine starre Zahl für jedes Möbel und jede Wohnung wäre jedoch zu einfach: Holzart, Konstruktion, Ausgangsfeuchte und Oberflächenaufbau spielen mit. Massgebend bleiben die Angaben des Herstellers sowie ein für Menschen angenehmes, möglichst gleichmässiges Wohnklima.

Holzmöbel richtig reinigen und pflegen

Staub entfernen Sie mit einem weichen, trockenen oder nebelfeuchten Tuch. Wischen Sie in Richtung der Maserung und trocknen Sie feuchte Stellen nach. Pfützen, nasse Vasen, feuchte Blumentöpfe und verschüttete Getränke sollten nicht stehen bleiben. Untersetzer schützen vor Wasser, Hitze und Farbstoffen.

Verzichten Sie auf Scheuerschwämme, aggressive Allzweckreiniger und Möbelpolituren mit unbekannter Zusammensetzung. Sie können Glanzgrad, Schutzschicht oder spätere Reparaturen beeinträchtigen. Verwenden Sie ausschliesslich Produkte, die für die vorhandene Oberfläche freigegeben sind. Ein Öl für rohe Schneidebretter ist nicht automatisch für einen lackierten oder industriell geölten Tisch geeignet.

Wie oft nachgeölt werden muss, lässt sich nicht pauschal festlegen. Nutzung, Reinigung, Produkt und Oberfläche bestimmen das Intervall. Ein Herstellerhinweis ist verlässlicher als eine feste Jahreszahl. Testen Sie jede Behandlung zuerst an einer unauffälligen Stelle und halten Sie Trocknungs- sowie Sicherheitshinweise genau ein. Eine ausführlichere Anleitung bietet der Beitrag Holzpflege durch Ölen.


Vor dem Nachölen muss die vorhandene Beschichtung eindeutig bekannt sein. Beachten Sie zudem die Sicherheitshinweise des Produkts: Ölgetränkte Tücher können bei falscher Lagerung eine Brandgefahr darstellen.

Herkunft und Nachhaltigkeit: Holzart allein genügt nicht

Eine heimische Baumart ist nicht automatisch regional gewachsen oder verarbeitet worden. Umgekehrt sagt der Name einer Holzart nichts über Waldwirtschaft, Lieferkette oder Transportweg aus. Fragen Sie nach Herkunft, Verarbeitung und nachvollziehbaren Nachweisen.

In der Schweiz begegnen Ihnen vor allem das Label Schweizer Holz sowie die internationalen Systeme FSC und PEFC. Prüfen Sie, ob sich die Kennzeichnung tatsächlich auf das gekaufte Produkt bezieht. Eine allgemeine Aussage des Händlers oder ein Logo im Geschäft ersetzt keine klare Produktdeklaration.

Langlebigkeit ist ebenfalls ein wichtiger Teil der Bilanz. Ein Möbel, das repariert, umgebaut und über viele Jahre genutzt werden kann, vermeidet frühe Ersatzkäufe. Achten Sie daher auf lösbare Verbindungen, verfügbare Beschläge, austauschbare Teile und eine Oberfläche, die sich erneuern lässt.

Sieben Fragen vor dem Kauf

  1. Welche Bauteile bestehen tatsächlich aus der genannten Holzart?
  2. Handelt es sich um Massivholz, Furnier, einen Holzwerkstoff oder Dekor?
  3. Wie stark wird das Möbel im Alltag beansprucht?
  4. Welche Sortierung und Farbveränderung sind zu erwarten?
  5. Wie wurde die Oberfläche behandelt und wie wird sie gepflegt?
  6. Lassen sich Beschläge, Auszüge und beschädigte Teile reparieren oder ersetzen?
  7. Ist die Herkunft des Holzes nachvollziehbar belegt?

Nehmen Sie bei einer grösseren Anschaffung ein Muster mit nach Hause oder fotografieren Sie es zusammen mit Boden, Türen und vorhandenen Möbeln. Verlassen Sie sich bei der Farbe nicht allein auf Onlineshop-Bilder. Bildschirmdarstellung, Licht und Bildbearbeitung können den Ton erheblich verändern.

Häufige Irrtümer über Holzmöbel



Fazit: Wählen Sie nach Nutzung, Konstruktion und gewünschter Alterung

Eiche ist ein belastbarer Allrounder mit deutlicher Zeichnung. Buche verbindet Härte mit einem ruhigen Erscheinungsbild. Nussbaum eignet sich für dunkle Akzente und Möbel, bei denen die Oberfläche gestalterisch im Mittelpunkt steht. Ahorn bringt Helligkeit in den Raum, zeigt Flecken aber rasch. Esche bietet eine helle, lebhafte Alternative zur Eiche. Kiefer ist leicht und zugänglich, entwickelt jedoch schneller Gebrauchsspuren.

Treffen Sie die Entscheidung nicht anhand der Holzart allein. Klären Sie Materialaufbau, Sortierung, Oberflächenbehandlung und Konstruktion. Überlegen Sie, wie stark das Möbel genutzt wird und ob sichtbare Alterung stört oder zum gewünschten Charakter gehört. Ein reparierbares, passend dimensioniertes Möbel aus einem geeigneten Holz ist meist die bessere Wahl als ein prestigeträchtiges Material, das nicht zum Alltag passt.

 

Bildquellen: Titelbild: iStock/KatarzynaBialasiewicz; Bild 1: iStock/volody10; Bild 2: iStock/Zephyr18; Bild 3: iStock/stevecoleimages; Bild 4: iStock/Helin Loik-Tomson

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