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Heilpflanzen im eigenen Garten

11.03.2020 |  Von  |  Garten
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Es ist hinreichend bekannt, dass so manches Gewächs die lästigen Magen-Darm-Beschwerden behebt, die eine oder andere Pflanze Kopfschmerzen lindert und viele Kräuter der Gesundheit zuträglich sind. In der heutigen, industriellen Welt greifen viele Menschen zur Behebung dieser Probleme jedoch auf Medikamente aus der Schulmedizin zurück. Dabei ist es in vielen Fällen sogar möglich, die Kräuter selbst im Garten anzubauen und von ihrer Wirkung zu profitieren.

Neben der Anpflanzung im Garten ist der Anbau auf dem Balkon oder der Terrasse im Topf durchführbar. Welche Pflanzen sich für solche Zwecke eignen und welche Voraussetzungen sie benötigen, möchten wir nachfolgend einmal zusammenfassen. Ausserdem erläutern wir, für welche Zwecke sie eingesetzt werden.

Wichtige Attribute für das Apotheker-Beet

Das sogenannte Apotheker-Beet braucht für einen guten Wuchs der Pflanzen bestimmte Voraussetzungen, die sich jedoch relativ leicht erfüllen lassen. Mit dazu gehören:

  • Gute Lichtverhältnisse: Die meisten der Pflanzen benötigen einen hellen Standort, wo sie von der Sonne profitieren können. Einige sind jedoch ebenfalls mit Halbschatten zufrieden, während andere eher feuchte, schattige Plätze bevorzugen.
  • Nährstoffe beachten: Sowohl bei Gemüse als auch Kräutern unterscheidet man die Gewächse nach unterschiedliche Klassen. Starkzehrer benötigen viele Nährstoffe, während Mittelzehrer und Schwachzehrer weniger brauchen.
  • Das richtige Wasser: Es gibt einige Gewächse und Kräuter, die einen eher trockenen Boden bevorzugen. Dies ist häufig bei mediterranen Pflanzen der Fall. Unterdessen brauchen heimische Wildkräuter einen feuchteren Boden, um besser zu gedeihen.
  • Bodenbeschaffenheit: Dieser kann mit sandigen Eigenschaften manchen Pflanzen bessere Voraussetzungen bieten als ein humusreicher, feuchter Boden. Jedes Gewächs bevorzugt andere Voraussetzungen.

Welche Pflanzen eignen sich hierfür?

Je nachdem, welche Bedingungen man den Heilpflanzen anbieten kann, lassen sich im Garten, auf dem Balkon, oder aber der Terrasse unterschiedliche Exemplare anpflanzen. Hier einmal eine kleine Auswahl, inklusive Verwendungszweck:

Art Wirkung
Sonnenhut (Echinacea)
  • Hilfreich bei Erkältungen und Harnwegsinfektionen
  • Blüte und Stängel in Form eines Tees aufkochen und trinken
Salbei
  • Tee aus getrockneten Blättern kochen
  • Verdauungsfördernd
  • Hausmittel bei Husten und Heiserkeit
Johanniskraut
  • Hilfreich bei depressiven Verstimmungen und Schlafstörungen
  • Blätter entfernen und diese trocknen
  • Ebenso ist die Gewinnung von Öl möglich
  • Vor der Verwendung einen Arzt befragen
Kamille
  • Vielseitig einsetzbar
  • Gegen Entzündungen, Verletzungen, Bauchschmerzen oder Hautproblemen
  • Entspannt und lindert Stress
  • Verwendbar als Creme, Salbe oder Badezusatz
Lavendel
  • Beruhigt und hilft bei depressiven Verstimmungen
  • Verwendbar als Badezusatz oder Lavendelkissen für besseren Schlaf
  • Lässt sich auch zu einem angenehm duftenden Lavendelöl verarbeiten
Ringelblume (Calendula)
  • Antibakterielle Wirkung, verbessert die Wundheilung
  • Bei Husten, Schlafstörungen, sowie Wechseljahresbeschwerden
  • Blütenblätter im Salat verwenden, oder roh verzehren
Pfefferminze
  • Riecht gut und ist eines der bekanntesten Heilkräuter
  • Lässt sich im Tee aufkochen
  • Hilft bei Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen oder Atemwegserkrankungen
  • Verdauungsfördernd und gegen Blähungen
Rosmarin
  • Sowohl als Heilpflanze und Küchenkraut einsetzbar
  • Fördert die Durchblutung der Haut
  • Kann zu einem Öl verarbeitet werden
  • Massage damit reduziert Muskelverspannungen
Thymian
  • Antibakteriell und schleimlösend
  • Ideal zum Inhalieren bei Erkältungen
Beifuss
  • Lässt sich zum Tee aufgiessen
  • Wirkt verdauungsfördernd und krampflösend

Selbstverständlich gibt es noch zahlreiche andere Heilkräuter, die sich im Garten anpflanzen lassen. Allerdings handelt es sich bei den aufgeführten um die, deren Haltung relativ einfach ist und die auch unerfahrene Gärtner durchaus heranziehen können.


Flaschen mit ätherischen Ölen aus Kräutern auf weissem Hintergrund

Zahlreiche Heilkräuter können auch zu Ölen weiterverarbeitet werden. (Bild: fotohunter – shutterstock.com)


Ein- oder mehrjährig

Eine Sache, auf die man bei Heilkräutern achten sollte, besteht darin, ob sie nur einjährig gepflanzt werden, oder ob sie winterhart sind. Heisst, sie überstehen unter den richtigen Bedingungen auch die kalte Jahreszeit. Speziell jene, die aus dem Mittelmeerraum kommen, wie Lavendel, Salbei oder Thymian, bevorzugen ein wärmeres Klima. Deckt man sie im Winter jedoch ein und bietet somit Schutz, überleben sie die Kälte. Mit den richtigen Tipps bringt man sie gut über den Winter.

Als Alternative kommt ebenso das Überwintern im Haus oder der Wohnung infrage. Gerade bei den empfindlichen Kräutern ist diese Vorgehensweise zu empfehlen. Um sie nicht aus dem Freiland graben zu müssen, werden sie idealerweise direkt in grössere Blumenkübel gesetzt, die man beim Jahreszeitenwechsel ins Haus holen kann.

Für die meisten Kräuter ist es ideal, sie im Zimmer vorzuziehen und ab etwa Mai in den Garten zu setzen. Bei Ringelblumen lohnt es sich, diese jährlich neu auszusäen, idealerweise ab April. Ab Mai, wenn es schliesslich durchgehend Perioden gibt, in denen viel Wärme herrscht, gedeihen die meisten Pflanzen am besten.

Übrigens: Wer seine Heilkräuter auch optisch aufwerten möchte, kann sie in einer sogenannten Kräuterspirale anpflanzen. Diese erlaubt nicht nur die Einrichtung unterschiedlicher Bodenbedingungen. Es lässt sich auch der Beleuchtungsgrad beeinflussen, sodass jedes Kraut genau die richtigen Voraussetzungen für einen guten Wuchs erhält.

Fazit – Jeder kann Heilkräuter pflanzen

Unter bestimmten Voraussetzungen ist es kein Problem, Heilkräuter im Garten als auch auf dem Balkon anzupflanzen. Je nachdem, für welche man sich entscheidet, ist die ein- als auch mehrjährige Pflege möglich.

Wer diesen Schritt geht, wird es meist nicht bereuen. Denn oftmals haben Heilkräuter auf die Gesundheit des Menschen eine sehr viel bessere Wirkung, die auch noch frei von jeglichen Nebenwirkungen ist, als gängige pharmazeutische Erzeugnisse.

 

Titelbild: Werner Spiess – shutterstock.com


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